Fröwis Robert

Mehrfamilienhaus Bezau
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert , Fotograph Adolf Bereuter
Fröwis Robert Lageplan
Fröwis Robert Untergeschoss
Fröwis Robert Erdgeschoss
Fröwis Robert Obergeschoss
Fröwis Robert Schnitt
Fröwis Robert , Fotograph Büro Kaufmann
Fröwis Robert , Fotograph Büro Kaufmann
Fröwis Robert , Fotograph Büro Kaufmann
Fröwis Robert , Fotograph Büro Kaufmann

Publikationen  


MFH Fröwis, Bezau
ZN B-070, Vorbildliche Grundrisse, 2014, S.146-149

Projektinfoblatt  



Links  


 


Fröwis Robert Mehrfamilienhaus Bezau



Bauherr

  Robert und Christine Fröwis, Anton Fröwis

Fertigstellung

 2012

Projektleitung 

Mitarbeit 

Jakob Fink

Generalübernehmer 

Kaufmann Zimmerei und Tischlerei GmbH, Reuthe

Bauleitung 

Haller Baumanagement, Mellau

Situation
Drei Brüder, zwei Bauherren, ein Haus: Am Ortsrand von Bezau, der Heimatgemeinde der Brüder im Bregenzer Wald, fand sich ein passendes Grundstück für ein Familiendomizil – ein Doppelhaus mit drei Wohneinheiten, für das zwei der Brüder eine Bauherrengemeinschaft bildeten. Wichtig war den Brüdern, durch die Beschränkung auf nur die nötigsten Räume Kosten zu sparen. Die eine Haushälfte wird von der fünfköpfigen Familie des ältesten Bruders bewohnt, während die andere Hälfte aus zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen besteht, in denen jeweils die beiden anderen Brüder wohnen. Das Projekt ist fest in Familienhand: die beiden Onkel, Architekt und Zimmermann, planten und bauten das Doppelhaus für ihre Neffen und wohnen ebenso wie deren Eltern in der Nähe.


Baukörper
Das Dreiparteienhaus wurde in Holzständerbauweise mit Fertigelementen errichtet und mit Holz verkleidet – innen mit astlochfreier Weißtanne und außen mit Lärchenholz. In Anlehnung an das typische Bregenzer-Wald-Haus ist der Balkon zum Schutz vor Wind und Wetter seitlich geschlossen. Er befindet sich vollständig unter dem Dachüberstand und schützt seinerseits die unter ihm liegenden Terrassen. Durch die Sichtschutzwände aus Holz ergeben sich private Freibereiche, während der Garten von allen gemeinsam genutzt werden kann.


An der Gebäudenordseite liegen die drei Haus- und Wohnungstüren geschützt zwischen den beiden vorgelagerten Carports. In den Carports wird auch das Brennholz gelagert, von wo es bei Bedarf über je einen Holzabwurfschacht direkt in den Keller, der ausschließlich unter den Carports angelegt ist, befördert werden kann. Unbeheizt und nur über eine Außentreppe erreichbar dient der Keller als Lager und Heizraum mit Stückholzofen und Pufferspeicher. In einer schneereichen Gegend, in der das Skifahren Tradition hat, ist eine Außentreppe zum Keller sehr praktisch, weil die nasse und sperrige Sportausrüstung nach Gebrauch ohne Umwege durchs Haus direkt hinuntergetragen werden kann. Unbeheizte Keller, besonders, wenn sie sich auf die nötigste Fläche beschränken, und Carports anstelle von Garagen, wie in diesem Beispiel, reduzieren wegen des geringeren konstruktiven Aufwands die Baukosten beträchtlich.


Grundriss
Parallel zur Firstachse verlaufen mittig die tragenden Wände, sodass sich für die Erschließung der Räume ein Mittelflur anbot. So gliedern sich alle vier Grundrisse in je zwei etwa gleich große Hälften: eine nördliche Nebenraumzone und einen über die gesamte Südseite orientierten Wohnbereich mit integriertem Essplatz und offener Küche.


Wohnhaus
Da in der Doppelhaushälfte die Treppe in den Flur und nicht in den Wohnraum gelegt ist und Schiebetüren verwendet wurden, bieten sich mehrere Nutzungsmöglichkeiten: Ein schmaler Durchgang zwischen Küche und Arbeitszimmer sowie ein besonders breiter zwischen Wohnzimmer und Flur ergeben im Erdgeschoss eine offene Raumfolge. So tritt der Mittelflur zugunsten eines zusammenhängenden Raumgefüges in den Hintergrund. Davon profitieren auch die Kinder: Die große zusammenhängende Fläche erlaubt Rundläufe und Fangspiele bis hinaus auf die Terrasse und in den Garten. Werden die Schiebetüren links und rechts neben der Treppe geschlossen, wird diese zum Bestandteil des Wohnraums, während Windfang und Arbeitszimmer dann abgetrennt sind. Sind hingegen alle Schiebetüren geschlossen, wird der Wohnraum inklusive Küche und Essplatz zu einem separaten, gemütlichen Aufenthaltsbereich, der sich im Sommer zur Terrasse hin erweitert.


Zwei-Zimmer-Wohnungen
Nur getrennt durch eine leichte Holzständerwand liegen die Eingangsbereiche der beiden Wohnungen direkt nebeneinander. Sollte später der Wunsch bestehen, beide Wohnungen zu einer großen Wohneinheit zusammenzuschließen, kann die Trennwand relativ leicht entfernt werden. Die Treppe mündet oben direkt in den Wohnraum, der wiederum Küche und Schlafzimmer erschließt. Durch den Verzicht auf einen Flur konnte der Wohnbereich offen und großzügig gestaltet werden. Eine derartige Raum-zu-Raum-Erschließung bietet sich gerade bei Wohnungen mit nur ein bis zwei Bewohnern an.

In der Erdgeschosswohnung trägt eine Stahlstütze die Last unter dem First ab, sodass als Trennelement zwischen Flur und Wohnzimmer ein raumhoher Schrank eingebaut werden konnte, in den die Stütze und auch der Kaminofen integriert ist – ein Gewinn an Stauraum bei gleichzeitiger Ersparnis an Raumfläche.