Forschungsbericht - LifeCycle Tower

Lifecycle Tower
Haus der Zukunft

Energieeffizientes Holzhochhaus mit bis zu 20 Geschossen
in Systembauweise
M. Zangerl, H. Kaufmann, C.Hein u.a.

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 00/2010

Eigentümer, Herausgeber und Medieninhaber:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Verantwortung und Koordination:
Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien
Leiter: DI Michael Paula

 

Einleitung



 

Um 1800 lebten etwa 25% der Bevölkerung in Städten und rund 75% auf dem Land. 2008 betrug der Anteil der Stadtbewohner über 50% und laut Prognosen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2050 über 75% aller Erdbürger in Städten leben.

 
Weltbevoelkerungszuwachs

Quelle:
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit


[1] Weltbevölkerungsbericht des United Nations Population Fund (UNFPA)

 

Entsprechend einem offiziellen UNO-Bericht [1] stellt die Verstädterung der Welt die größte Herausforderung an die Zukunft der Menschheit dar. Die Weltbevölkerung erlebt einen rasanten Zuwachs, jährlich nimmt sie um 78 Millionen Menschen zu. Das entspricht etwa der Zahl der Bevölkerung Deutschlands.

Bevölkerungs-Experten sprechen davon, dass die laufende Urbanisierung der Erde neben der Erfindung der Landwirtschaft vor rund 10.000 Jahren und der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts eine der existenziellen Veränderungen der menschlichen Bevölkerung darstellt – eine Revolution im (Um-)Denken der Menschen scheint unausweichlich.

Eine logische Konsequenz des raschen Urbanisierungswachstums ist ein deutlich erhöhter Platzbedarf, der in vielen Fällen durch die Entstehung von mehrgeschossigen Gebäuden (Hochhäuser) gedeckt werden wird.

Nach heutigem Stand der Technik werden Bauwerke in der Regel als Prototypen geplant und erstellt; dies bedingt hohe Baukosten, lange Errichtungszeiten und hohe Planungs- und Ausführungsrisiken.

Eine Systematisierung und Industrialisierung des Fertigungsprozesses, wie sie z.B. in der Automobilindustrie bereits vor Jahrzehnten Einzug gehalten hat, ist in der Bauindustrie bislang noch nicht zu beobachten. Ziel ist die Entwicklung einer Systembauweise, welche zu Optimierungen des Planungs- und Errichtungsprozesses führt und signifikante Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsoptimierungen mit sich bringt.

Nachhaltige Lösungsansätze in der Entwicklung von Bauwerken leisten nicht nur einen ökologischen Beitrag im schonenden Umgang mit Ressourcen, sondern tragen auch zur Stärkung der Wettbewerbsposition innovativer Unternehmen im internationalen Marktumfeld bei.

Die Abhängigkeit von konventionellen Baustoffen und Energieträgern soll reduziert werden. Dafür werden neue wirtschaftliche Ansätze und Lösungen entwickelt und der Realitätsbezug in Umsetzungsprojekten nachgewiesen.