Forschungsbericht - LifeCycle Tower

Lifecycle Tower
Haus der Zukunft

Energieeffizientes Holzhochhaus mit bis zu 20 Geschossen
in Systembauweise
M. Zangerl, H. Kaufmann, C.Hein u.a.

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 00/2010

Eigentümer, Herausgeber und Medieninhaber:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Verantwortung und Koordination:
Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien
Leiter: DI Michael Paula

 

Detailangaben in Bezug auf die Ziele des Programms





[1] Quelle: UNEP SBCJ

 

Einpassung in das Programm

Die Bauwirtschaft ist verantwortlich für 25-40% des weltweiten Ressourcen- und Energieverbrauches sowie für 30-40% des Abfallaufkommens und CO2 Ausstoßes [1]. Nachhaltige Ansätze im Bausektor tragen daher erheblich zur Lösung globaler Probleme bei.
Das Projekt „LifeCycle Tower“ baut auf Ergebnissen von FFG - bzw. Haus der Zukunft - Vorgängerprojekten auf:

  • Das Projekt „achtplus“ lieferte die Idee und den Beweis für die technische Machbarkeit des Hochhauses in Holzbauweise.
  • „Immo Rate“ festigte mit einem neuen Immobilienrating das wirtschaftliche Fundament für nachhaltige Bauten.
  • Im Projekt „inkl.wohnen“ wurden die Grundlagen für nachhaltiges Wohnen erforscht und die Erkenntnisse in einem konkreten Projekt umgesetzt.
  • „BRIX“ entwickelt ein Bewertungssystem für Produkte und Dienstleistungen bezüglich Ressourcenverbrauch und Ökoeffizienz.

 

Durch das im Projekt „LifeCycle Tower“ entwickelte Baukastensystem in Holzbauweise können die Produktionsprozesse in der Bauwirtschaft signifikant optimiert werden. Der Ressourceneinsatz bei Bauwerken wird reduziert, nachwachsende Rohstoffe kommen zum Einsatz. Damit wird ein wesentlicher Grundstein gelegt, um die Bauwirtschaft langfristig um einiges ressourcen- und energieschonender zu gestalten.

 
 

Beitrag zum Gesamtziel des Programms

Das Projekt trägt wesentlich zum Gesamtziel des Programms - und zwar der Entwicklung und Markteinführung wirtschaftlicher umsetzbarer innovativer Lösungen im Sinne eines CO2 neutralen Gebäudesektors - bei. Konkret wurden folgende Anliegen verfolgt:

  • Schaffung der technologischen Basis für das Gebäude der Zukunft insbesondere das Plus-Energie-Haus
    Die Fragestellung, inwieweit sich der LifeCycle Tower als Plus-Energie-Haus planen lässt, wurde eingehend betrachtet. Im Ergebnis konnten mögliche Wege für eine Umsetzung des LifeCycle Towers als Plus-Energie-Hauses beschrieben werden, wobei sämtliche Maßnahmen einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen werden müssen. Dabei stellt sich vorrangig die Frage, wie die über den Gebäudebedarf hinaus erzeugte Energie genutzt werden soll.
  • Überleitung innovativer Technologien und Produkte zur Serien- bzw. industriellen Fertigung
    Die Entwicklung eines Baukastensystems war eines der zentralen Elemente des Projektes LifeCycle Tower. Die theoretisch-technische Realisierbarkeit eines 20 stöckigen Hochhauses im entwickelten Holz-Baukastensystem konnte nachgewiesen werden und wird in einem nächsten Projektschritt auch umgesetzt.
  • Initiierung von Demonstrationsprojekten, um die Sichtbarkeit von neuen Technologien und Konzepten zu gewährleisten
    Auf Basis der vorliegenden Forschungsergebnisse ist die Umsetzung eines Demonstrationsgebäudes geplant. Im Ergebnis soll ein optimiertes Gebäudekonzept vorliegen, dessen Funktionsfähigkeit und Nutzungseigenschaften am Demonstrationsobjekt im realitätsnahen Betrieb nachgewiesen wurden.
  • Unterstützung der internationalen Vernetzung der österreichischen KompetenzträgerInnen, Verstärkung des internationalen Know-how Transfers sowie Aufbau von Humanressourcen
    Das entwickelte Baukastensystem ist auf eine internationale Vermarktung ausgerichtet. Bereits im Zuge des Projektes und den damit verbundenen Verbreitungsmaßnahmen erfolgte ein internationaler Know-how Transfer, der durch den geplanten Aufbau eines internationalen Vertriebes, der Kooperation mit internationalen Holzbauern und durch weitere Vorträge und Messeauftritte noch verstärkt werden wird.
 
 

Einbeziehung der Zielgruppen und Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse im Projekt

Für das Projekt wurde ein interdisziplinäres Forschungsteam zusammengestellt. Somit wurden bereits in der Entwicklungsphase Experten aus den Fachbereichen Architektur, Holzbau, Generalunternehmerbau, Systembau sowie Gebäudetechnik hinzugezogen. Die Ziele und Anforderungen an das Projekt wurden in enger Zusammenarbeit erstellt und während der Entwicklungsphase über alle Disziplinen hinweg beobachtet.

 
 

Beschreibung der Umsetzungs-Potenziale für die Projektergebnisse

Die Verbreitung der wesentlichen Erkenntnisse erstreckt sich von einfachen Presseinterviews bis zur Organisation von Symposien und internationalen Messeauftritten. Weiters wurden diverse Markstudien durchgeführt u.a. zum Thema „Green Building“ sowie über mögliche Zielmärkte.