Forschungsbericht - Neubau ökologisches Gemeindezentrum Ludesch

Gemeindezentrum Ludesch
Haus der Zukunft

Neubau ökologisches Gemeindezentrum Ludesch



 
Inhalt
Vorwort
Aufgabenstellung
Grundlagen
Projektumsetzung

Endbericht


Berichte aus Energie- und Umweltforschung Ziffer/2006

 

Autoren:

DI R. Wehinger/Architekturbüro ZT Kaufmann Ges.m.b.H
Dr. K. Torghele, DI S. Lerchbaumer/Spektrum Ges.m.b.H
Mag G. Mötzl, B. Bauer/Östereichisches Institut für Baubiologie und -ökologie
G. Bertsch/Fa. Ökoberatung
DI B Weithas/Büro f. Bauphysik
Ing M. Gludovatz/SYNERGY consulting & engineering gmbh
DI F. Studer, DI D. Lenz/Umweltverband Vorarlberg

 

Impressum:

Eigentümer, Herausgeber und Medieninhaber:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Verantwortung und Koordination:
Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien
Leiter: DI Michael Paula

Ein Projektbericht im Rahmen der Programmlinie
Impulsprogramm Nachhaltig Wirtschaften
Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie

 

 

Aufgabenstellung



 

Ziel der Programmlinie Haus der Zukunft ist die Entwicklung und Marktdiffusion von Bauweisen für Wohn-, Büro- und Nutzbauten, die den Leitprinzipien der Nachhaltigkeit entsprechen und im Vergleich zur derzeitigen Baupraxis in Österreich

  • eine erhöhte Energieeffizienz hinsichtlich des gesamten Lebenszyklus
  • einen verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger, insb. Solarenergie
  • eine erhöhte Nutzung nachwachsender Rohstoffe und effizienter Materialeinsatz
  • eine vermehrte Berücksichtigung von Service- und Nutzungsaspekten für die BenutzerInnen
  • sowie vergleichbare Kosten gemessen an herkömmlichen Bauweisen aufweisen.

 

Mit dem Demonstrationsvorhaben soll die Anwendung des von der Programmlinie Haus der Zukunft geförderten Projektes „Hochbaukonstruktionen und Baustoffe für hochwärmegedämmte Gebäude - Technik, Bauphysik, Ökologische Bewertung, Kostenermittlung“ (in weitere Folge Passivhaus Bauteilkatalog, kurz  PH-BTK, genannt)in der Praxis erprobt werden.

Die mit Hilfe des PH-BTK erarbeiteten ökologischen Optimierungen sind vergaberechtskonform auszuschreiben. Hierzu hat der Umweltverband im Jahre 2000 einen Leitfaden (Ökoleitfaden: Bau) erstellt, dessen Anwendbarkeit ebenfalls demonstriert und gleichzeitig eine Verbesserung der Praxistauglichkeit ausgearbeitet werden soll.

In vielen Bereichen besteht ein Wissensdefizit hinsichtlich der Mehrkosten des Einsatzes von ökologischen Baustoffen. Aufgabenstellung ist es daher, durch eine doppelte Ausschreibung von gewünschter ökologischer Konstruktion und herkommmlicher Standardkonstruktion, die durch den ökologischen Materialeinsatz tatsächlich verursachten Mehrkosten zu erfassen.

 
Hochbaukonstruktionen Ablauf
Abbildung:
Holzbaukonstruktionen Ablauf 

Die nebenstehende Grafik verdeutlicht zusammenfassend die Aufgabenstellung des Demoprojektes „Neubau Ökologisches Gemeindezentrum Ludesch“ aufbauend auf das HDZ-Projekt „Hochbaukonstruktionen.....“

Realisiert wird mit dem Gemeindezentrum Ludesch ein Projekt, das einerseits die Kriterien der Passivhausbauweise erfüllt, andererseits beim Materialeinsatz, der Wohnhygiene und Baubiologie im kommunalen Bereich neue Standards setzen möchte.

Die Gemeinde Ludesch ist eine e5-Gemeinde und Klimabündnisgemeinde, die sich zum Ziel gesetzt hat, einen möglichst nachhaltigen Umgang mit den verfügbaren Energie-, Grund- und Materialressourcen zu pflegen. Als e5-Gemeinde und Klimabündnisgemeinde stehen vor allem der Primärenergieeinsatz sowie das Treibhauspotenzial als zentrale planungsrelevante „Öko-Kennzahlen“ fest. Ergänzt werden diese Kennzahlen vor allem durch wohnhygienische Aspekte.

Konkretes Ziel des Demoprojektes ist neben der Realisierung eines Passivhauses, den spezifischen Primärenergieeinsatz der Primärkonstruktion (verbaute Energie) gegenüber vergleichbaren, herkömmlichen Passivhäusern zu halbieren (von derzeit etwa 35 (29 ohne Keller) kWh/m²a auf weniger als 18 kWh/m²a „verbaute Energie“) und gleichzeitig den ökologischen Herstellungsaufwand (spezifisches Treibhauspotenzial, Primärenergieinhalt, Versäuerung) ebenso zumindest auf die Hälfte gegenüber nicht optimierten Gebäuden zu senken. Ergänzend dazu werden weitere ökologische Entscheidungskriterien berücksichtigt (Ozonabbaupotenzial, Photooxidations-potenzial, Versäuerungspotenzial).

Das Projektvorhaben „Neubau Zentrum Ludesch“ ist durch einen integrativen Planungsprozess geprägt, der neben der klassischen Nutzungstauglichkeit, vor allem die Aspekte der Sozialverträglichkeit, Raumverträglichkeit, städtebaulichen Entwicklung und Nachhaltigkeit im Sinne des sparsamen Umgangs mit beschränkten Ressourcen sowie des sinnvollen Einsatzes von ökologischen und „gesunden“ Baumaterialien berücksichtigt. Zudem ist es erklärtes Ziel, das Bauvorhaben trotz zusätzlicher ökologisch motivierter Investitionen im üblichen Kostenrahmen umzusetzen.