IWL Landsberg , Fotograph Klaus Mauz
  • IWL Landsberg

    Behindertenwerkstätte Landsberg am Lech


    Bauherr Isar - Würm - Lech IWL GmbH Werkstätte für Menschen mit Behinderung
    Fertigstellung 2013
  • Der gesamte Werkstättenbereich ist möglichst flexibel gehalten, die notwendigen Kerne liegen an den peripheren Bereichen, um eine Weiterentwicklung oder ein internes Wachstum nicht zu behindern. Eine teilweise Aufstockung ist sowohl in der ersten als auch in der zweiten Baustufe vorgesehen, die Aufstockung in der ersten Baustufe beherbergt die betriebliche Verwaltung, in der zweiten Baustufe könnte diese ins Verwaltungshauptgebäude umgesiedelt werden und die Räumlichkeiten als Werkstätten genutzt werden. Eine Anbindung an das neue Mensa- bzw. Verwaltungs- und Seminargebäude erfolgt im Zwischengeschoss über eine Brücke. Damit sind die einzelnen Funktionseinheiten intern verbunden.


    Das P-Gebäude wird als eigenständiger Baukörper an die Ostseite des Dorfplatzes situiert, mit eigener Anlieferungszone. Das bestehende Werkstätten- und Mensagebäude wird umgenutzt als Bereich für arbeitsbegleitende Maßnahmen.


    Die vorgeschlagene Holzbauweise in Kombination mit ausgewählten Materialien bietet eine gute Grundlage zur Erreichung der Ziele des energieeffizienten Bauens. Dabei soll auch besonderes Augenmerk auf die Verwendung von gesundheitlich unbedenklichen Materialien gelegt werden.


    Erfahrungen aus dem von uns gebauten Gemeindezentrum Ludesch, wo diese Fragen auf wissenschaftlicher Ebene evaluiert wurden, sollen in dieses Projekt mit einfließen. Sämtliche Materialentscheidungen sollen diesen Kriterien unterworfen werden. Die Verwendung von langlebigen Materialien sowie die Baustruktur, die Flexibilität ermöglicht, garantieren niedrige Lebenszykluskosten. Ebenso sollen sämtliche technischen Ausstattungen und Leitungen zugänglich bleiben, um eine leichte Veränderung oder Wartung zu gewährleisten (Systemtrennung). Kompakte Baukörper in Zusammenhang mit optimierten Gebäudehüllen ermöglichen ein vernünftiges Energiekonzept, eine Passivhausqualität wird angestrebt. Somit sollte es möglich sein, das gesamte Gebäude mit den bestehenden Tischlereiabfällen energetisch zu versorgen.


    Die kompakte Bauweise des Gebäudes gewährleistet bei einer optimierten Gebäudehülle sowie hoher Tageslichtnutzung einen minimierten Energieverbrauch. Zur Wärmeerzeugung werden die Holzreste der Schreinerei genutzt. Diese müssten dank des hohen Dämmstandards für die Raumheizung ausreichend sein. Für die Warmwasserbereitung wird die Abwärme der Drucklufterzeugung genutzt. Hierdurch kann insbesondere im Sommer ein ineffizienter, da kurzzeitiger Betrieb der Biomassekessel verhindert werden. Der Einsatz eines Blockheizkraftwerkes scheint nicht sinnvoll, da im Sommer die notwendigen Wärmeverbraucher fehlen und damit die Anlage sehr unwirtschaftlich betrieben würde. Die Wärmeübergabe in den Produktions- und Lagerbereichen erfolgt durch Deckenstrahlplatten, welche sich durch hohe Flexibilität bei der Einrichtung der Produktionsfläche sowie geringe Staubaufwirbelung auszeichnen. Die Sheddächer dienen zum einen der natürlichen Belichtung in der Gebäudetiefe, als Lüftungsmöglichkeit sowie als Montagefläche für die Photovoltaikmodule. Das neue Verwaltungsgebäude wird in der Kantine und in den Seminarräumen mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Durch den Einsatz eines Erdwärmetauschers wird die Zuluft zusätzlich vorkonditioniert , so dass im Zusammenspiel mit dem Atrium als Pufferzone und der freien Nachtlüftung auf eine aktive Kühlung des Gebäudes verzichtet werden kann. Ergänzend kann bei hohen Komfortansprüchen die Fußbodenheizung durch einen Grundwasserwärmetauscher auch zur stillen Kühlung verwendet werden.

    LCT ONE , Fotograph Büro Kaufmann - AL
  • LCT ONE

    Dornbirn


    Bauherr Cree GmbH
    Fertigstellung 2012
  • Der LCT ONE (LifeCycle Tower ONE) ist in verschiedener Hinsicht ein Pionierbauwerk. Das Projekt ist das erste achtgeschossige Holzgebäude in Österreich. Es wurde zum ersten Mal ein Gebäude in Holzbauweise an der Hochhausgrenze errichtet. Zudem stellt es den Prototypen für die im Forschungsprojekt „LifeCycle Tower“ entwickelte Holz-Systembauweise dar. Ziel des Projektes war, das Bausystem auf seine Umsetzbarkeit hin zu prüfen und die  Funktionstüchtigkeit unter realen Nutzungsbedingungen. Dieses Demonstrationsvorhaben war zentraler Baustein, die internationale Marktreife zu erlangen.

    Am aussteifenden Stiegenhauskern des LCT ONE werden einhüftig die Büroflächen angehängt. Entgegen dem Vorschlag im vorausgegangenen Forschungsprojekt LCT, auch den Stiegenhauskern in Holz zu bauen, wird hier der Kern in Ortbeton ausgeführt. Nach den geltenden gesetzlichen Vorschriften des Brandschutzes ist es derzeit nicht möglich, den Kern aus brennbaren Baustoffen zu erzeugen.

    Mit dem Prüfnachweis (nach DIN EN 13501) des Feuerwiderstandes REI 90 der Holzverbundhybriddecke ist eine wichtige Voraussetzung der Brandschutzbehörde erfüllt. Dazu wurden bei der Firma Pavus in Tschechien mehrere HBV-Elemente von 2,7 m x 8,1 m – entspricht dem Fassadenraster und der möglichen Raumtiefe – einem Brandversuch unterzogen.

    Die Holz-Beton-Verbundrippendecke ist der eigentliche Schlüssel, um in die Höhe zu bauen. Damit gelingt es nämlich, die jeweiligen Geschosse durch eine nicht brennbare Schicht konsequent zu trennen. In die Stahlschalung von 8,1 mal 2,7 Metern werden die Holzbalken eingelegt, die Abstände dazwischen geschalt und im Vergussverfahren betoniert. Durch den hohen Vorfertigungsgrad vereinfacht sich der Bauablauf wesentlich. Die Deckenelemente können industriell viel präziser gearbeitet werden, es gibt keine Aushärtungszeiten auf der Baustelle und für die Verlegung eines Deckenelementes geben die Handwerker nur fünf Minuten an.

    Der Schubverbund zwischen Beton und Leimbinder wird nicht mittels komplizierter Verbinder, sondern über Schrauben und Schubkerven hergestellt. Die Sturzträger aus Beton sind statisch wesentlich zur Durchleitung der enormen Kräfte aus den Fassadenstützen. Das Hirnholz der Doppelstützen steht direkt auf dem Beton, der verbindende Dorn wird auf der Baustelle im Fertigteil eingegossen. Dieser Sturzträger ermöglicht auch die brandschutztechnisch notwendige geschoßweise Trennung der Konstruktion in der Stützenebene und die Einleitung der Lasten aus der Decke in die Stütze, ohne einen Holzbauteil quer zur Faser zu belasten. Dem Kräfteverlauf folgend, werden die Stützen den tatsächlichen statischen Erfordernissen entsprechend konfektioniert.

    LifeCycle Tower - Forschungsprojekt Holzhochhaus , Fotograph Thomas Knapp

    Mehrgeschossige Bauten werden weltweit nach wie vor selten in Holz gebaut. Baurechtliche und brandschutztechnische Vorschriften und Anforderungen verhindern größere Bauhöhen ab vier bis sechs Geschossen, je nach Land. Die historisch be-gründete Urangst des Menschen vor dem brennbaren Baustoff Holz ist noch nicht be-seitigt. Vorbehalte bestehen zudem in Bezug auf Dauerhaftigkeit, Beständigkeit und Sicherheit dieses Baumaterials. Das derzeit höchste Holzgebäude weltweit, ein auf einem massiven Erdgeschoss ge-lagerter, achtstöckiger Holzbau wurde kürzlich in London fertig gestellt - ermöglicht durch besondere Baugesetze in England.

    Das Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes „LifeCycle Tower“ ist die Entwicklung eines baureifen Holz-Baukastensystems zur Errichtung von Bauten bis zu 20 Ge-schossen. Zwei zentrale Vorteile des Holzbaus motivieren zu einem solchen Vorhaben:

    a) Bauten mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz sind in ihrer Herstellung sehr energieeffizient (wenig graue Energie) und Kohlenstoff wird in die Gebäude eingelagert und gelangt vorläufig nicht in die Atmosphäre.
    b) Holzbau bietet die Möglichkeit eines maximalen Vorfertigungsgrades, damit verbunden eine extrem kurze Bauzeit bei hoher Qualität und maximaler Aus-führungssicherheit.

    Die Grundlagen für die Projektentwicklung waren somit bestimmt. Das System sollte also einen möglichst hohen Holzanteil aufweisen, der auch erlebbar bleiben sollte, je-doch wurde die Sinnhaftigkeit in jeder Phase genauestens hinterfragt, also nicht „Holz um jeden Preis“. Die einzelnen Konstruktionsteile waren so zu entwickeln, dass ein möglichst hoher Vorfertigungsgrad gewährleistet blieb und somit eine neue Art des Hochhausbaues ermöglicht wird.

    Gemeindezentrum Ludesch , Fotograph Bruno Klomfar
  • Gemeindezentrum Ludesch

    Ludesch


    Bauherr Gemeinde Ludesch Immobilienverwaltungs GmbH & Co KEG
    Fertigstellung 2005
  • Ausgangspunkt für die Konzeption des Gemeindezentrums Ludesch war es, den Bewohnern einen lebendigen und zentralen Ort der Kommunikation zur Verfügung zu stellen. Da in Ludesch Kirche, Schule und Gemeindeamt in loser Beziehung zueinander situiert sind, fehlt ein historisch gewachsener Dorfplatz. Diese Lücke füllt das neue Gemeindezentrum, das die ortsräumliche Situation neu interpretiert und den Abschluss der darauf zulaufenden Dorfstraße bildet.

    Ölzbündt , Fotograph Ignacio Martinez
  • Ölzbündt

    Dornbirn


    Bauherr Kaufmann Anton u. Ölz Gerold
    Fertigstellung 1997
  • Ölzbündt ist ein Holzhaus und ein Passivhaus sowie der Prototyp einer Holzbausystementwicklung für den mehrgeschossigen Wohnbau. Damit wenig Energie an die Umgebung verloren geht, ist es als kompakter Kubus ohne Vor- und Rücksprünge geplant worden. Das Bauwerk ist ein Skelettbau mit standardisierten und vorfabrizierten Fertigelementen in Holz. Die Wand- und Dachelemente sind mit 35 cm Mineralwolle gedämmt. Auch die Nasszellen sind bereits im Werk auf die Deckenelemente montiert worden. Auf dem Dach der Wohnanlage befindet sich eine Solaranlage, die über das Jahr hinweg fast zwei Drittel der Energie für Warmwasseraufbereitung deckt.