Krumbach Bushaltestelle

Krumbach     in Kooperation mit DI Bernardo Bader, Dornbirn - Bechter Zaffignani Architekten ZT GmbH, Bregenz
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Bereuter
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Bereuter
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Bereuter
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Bereuter
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Bereuter
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Bereuter
Krumbach Bushaltestelle Lageplan
Krumbach Bushaltestelle Grundriss
Krumbach Bushaltestelle Schnitte
Krumbach Bushaltestelle Detail
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Büro Hermann Kaufmann
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Büro Hermann Kaufmann
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Büro Hermann Kaufmann
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Büro Hermann Kaufmann
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Büro Hermann Kaufmann
Krumbach Bushaltestelle , Fotograph Büro Hermann Kaufmann

Publikationen  


Vorarlberger Holzbaupreis 2013
ZN Z-247, Broschüre Vorarlberger Holzbaupreis, S. 34-35

Projektinfoblatt  



Links  


 


Krumbach Bushaltestelle Krumbach



Bauherr

 Gemeinde Krumbach, Dorf 2

Fertigstellung

 2011

Kooperation 

DI Bernardo Bader, Dornbirn - Bechter Zaffignani Architekten ZT GmbH, Bregenz

Projektleitung 

Mitarbeit 

Kostenplanung 

Harald Seidler

Bauleitung 

Wolfgang Bilgeri, Hittisau

Tragwerksplanung 

M+G Ingenieure, Feldkirch

Ausgangslage
Durch umsichtige Bodenpolitik schaffte die Gemeinde Krumbach Freiraum für die Ortskernentwicklung. Der Öffentliche Personennahverkehr ist bedeutender geworden und Defizite bei Sicherheit und Komfort der bestehenden Haltestellen, forderten Handlungsbedarf. Eine verkehrsplanerische Studie empfahl die Realisierung der neuen Haltestelle im Bereich des 'Alten Sennhuses' (Sennerei), in nördlicher Verlängerung des Dorfplatzes. Eine weitere Studie erstellten dann die Architekten Bernardo Bader, Rene Bechter und Hermann Kaufmann. Diese wurden von der Gemeinde Krumbach in der Folge mit der Planung der Bushaltestelle beauftragt. Mit dem Abbruch der Sennerei öffnete sich der enge Straßenraum dramatisch. Das neue Bauwerk reagiert auf diesen Verlust als straßenbegleitende Baukubatur.


Bushaltestelle
Die Haltestelle folgt einem 'Terminalkonzept'. Unter einem langgezogenen Dach von 29 x 4 Metern kann die Haltestelle von vier Bussen gleichzeitig bedient werden. Rasches und vor allem sicheres Umsteigen der Fahrgäste sind die großen Vorteile dieses typologischen Konzeptes.


Die architektonische Umsetzung ist einfach und angemessen. Zwei 8,2 Meter lange Wandscheiben tragen die Dachkonstruktion. Durch ihre L-förmige Ausbildung und den Versatz der Scheiben zueinander, entsteht ein langgestreckter Zwischenraum, der die Wartebereiche in jeder Fahrtrichtung räumlich eindeutig definiert. Großzügige Sitzbänke aus massivem Eichenholz laden zum Verweilen.


Konstruktion
Holz ist sichtbarer und dominierender Baustoff im Ortskern. So wird auch die Bushaltestelle ein konsequentes Holzbauwerk. Die Dachfläche mit 29 x 4 Metern und die daraus restultierenden Lastannahmen sind beträchtlich. Um das tektonische Konzept der raumbildenden Scheiben auch konstruktiv umzusetzen, sind Wände und das Dach massive Elemente in Kreuzlagenholz: Die Dachscheibe neunschichtige, schraubpressverleimte Lamellen mit Stärken bis 43mm; Die Lamellen der Dachuntersicht in Sichtqualität, mit Nut und Kamm. Die äußeren Lamellen verlaufen in Längsrichtung und leiten die Lasten in die Wandscheiben ein. Die darunter liegenden Querlamellen sorgen für ausreichende Quertragwirkung mit Auskragungen von 1,3 bzw. 2,5 Metern. Die Auskragung der Dachscheibe in Längsrichtung beträgt an beiden Enden 3,5 Meter. Die Wandscheiben sind ebenfalls mehrschichtig, schraubpressverleimte Lamellen, in fünf Schichten. An den beiden Außenseiten sind die Lamellen in Sichtqualität mit Nut und Kamm ausgeführt.


Die Holzkonstruktion ist auf einem Stahlbetonsockel mit 15 cm hohen Sockelstreifen in Wandstärke aufgelagert und verankert. Somit ist ein ausreichender konstruktiver Holzschutz sichergestellt. Dach- wie Wandelemente wurden jeweils als komplette Elemente zur Baustelle geliefert und dort versetzt. Die konstruktive Stärke der Wandscheiben beträgt 20 cm, jene der Dachscheibe 35 cm.


Materialisierung
Die Materialisierung folgt der einfachen und reduzierten Formensprache der Konstruktion. Und trotz der Dimension des Bauwerkes, wirkt es wie ein Möbelstück im öffentlichen Raum. Alle sichtbaren Betonflächen sind sandgestrahlt, die Holzkonstruktion heimische Fichte, die beiden Sitzbänke in Eiche massiv, die Aushangkästen für die Fahrpläne aus Messing. Alle Materialen sind unbehandelt und unterliegen ihrem natürlichen Alterungsprozess.