Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon

1. Preis Vandans
Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon , Fotograph Thomas Knapp
Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon , Fotograph Thomas Knapp
Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon , Fotograph Thomas Knapp
Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon , Fotograph Thomas Knapp
Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon , Fotograph Thomas Knapp
Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon , Fotograph Kaufmann
Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon , Fotograph Kaufmann
Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon , Fotograph Kaufmann

Publikationen  


IZM - VN Bericht

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Wettbewerb IZM Illwerke Zentrum Montafon 1. Preis Vandans



Wettbewerb

 2010

Mitarbeit 

Clemens Böhmer
Nachhaltiges Bauen - Green Building
Der Bauherr strebt für das Projekt IZM eine Zertifizierung als „Green Building“ nach dem ÖGNI-/DGNB-System an.
Ziel ist die Erfüllung der Nachhaltigkeitskriterien für eine Auszeichnung in „Gold“, was die Erreichung von 80 % der Maximalanforderungen in den Bereichen Ökologie und Ökonomie sowie soziokulturelle, technische und Prozessqualität voraussetzt.
Die Möglichkeiten zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Planung sinken erfahrungsgemäß mit deren Fortschritt. Deshalb hat das Planerteam für das IZM bereits in dieser frühen Projektphase einen zertifizierten ÖGNI-/DGNB-Auditor konsultiert.
Folgende planerische Überlegungen und Maßnahmen bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Zertifizierung des IZM mit dem „Gold“-Zertifikat der ÖGNI/DGNB.

Ökologische Qualität
Hauptsächliche Kriterien für die Beeinflussung der lokalen und globalen Umwelt sind der Ressourcenverbrauch und die Schadstoffemissionen. Die Besonderheit des vorliegenden Entwurfs ist die Verwendung von Holz im Tragwerk. Damit wird der massenintensivste Teil des Bauwerks aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt. Der Ressourcenverbrauch ist damit nachhaltig optimiert und die CO2-Bilanz (= GWP entsprechend ÖGNI-/DGNB-Steckbrief 1) ist um über 90 % günstiger, als bei konventionellen Bauweisen. Der Ausbau und die Gebäudetechnik folgen, ebenso wie der Rohbau, einem schadstoffarmen und nachhaltigen Materialisierungskonzept.
Darüber hinaus ist das Gebäude als Passivhaus geplant. Durch einen entsprechenden Aufbau der Außenbauteile werden Transmissionswärmeverluste minimiert, passive Energiegewinne optimiert und sommerliche Überhitzung vermieden. Die technische Ausrüstung wird integral auf die Fassadenplanung abgestimmt und die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt mit geringen Temperaturunterschieden zwischen Vor- und Rücklauf. Der Passivhaus-Standard gewährleistet somit einen minimalen Bedarf an Primärenergie. Erneuerbare Energiequellen sind einsetzbar.

Ökonomische Qualität
Eine ökonomisch nachhaltige Planung hat zum Ziel, die Lebenszykluskosten zu optimieren. Außerdem spielt die Nutzungsflexibilität eine entscheidende Rolle für die langfristige und damit nachhaltige Verwendungsfähigkeit eines Gebäudes.
Im vorliegenden Entwurf liegt die Flächeneffizienz bei über 0,80 (= Verhältnis von NF zu BGF). Die geschätzten Baukosten (Kostenbereiche 1-6) sind mit Rücksicht auf den hohen Qualitäts- und Energiestandard als günstig anzusehen. Der Passivhaus- Standard gewährleistet niedrige Energieverbrauchs- und Betriebskosten. Am Ende des Lebenszyklus’ ist aufgrund der elementierten Bauweise mit einem vergleichsweise geringen Rückbauaufwand zu rechnen.
Die vorgesehene Skelettbauweise erlaubt eine freie Innenraumteilung, die außerdem nachträglich mit geringen Eingriffen an veränderte Nutzungsanforderungen angepasst werden kann. Das Fassaden- und Ausbauraster unterstreicht diese Flexibilität und ist gleichzeitig für das gegenwärtige Nutzungsprofil optimiert.

Soziokulturelle Qualität
Bereits im Masterplan wurde mit der Zusammenführung mehrerer Standorte auf dem Gelände des IZM der Grundstein für eine hohe soziokulturelle Qualität gelegt. Der vom Bauherrn initiierte Planungswettbewerb sichert darüber hinaus einen hohen gestalterischen und städtebaulichen Wert.
Im weiteren Projektverlauf werden mit der Ausführungsplanung weitere wesentliche soziokulturelle und funktionale Qualitätsansprüche umgesetzt werden, wie z. B.
- die Einhaltung der Komfortkriterien nach ÖNORM EN 15251, Kategorie I
- eine umfassende natürliche Belichtung (TQ mindestens 2 % auf 50 % der NF)
- breite öffentliche Zugänglichkeit des Gebäudes in Teilbereichen etc.
Außerdem verfolgt die Planung konsequent nachhaltige Ansätze in den Bereichen Innenraumhygiene, Nutzereinflussmöglichkeiten, Sicherheit, Barrierefreiheit und insbesondere hinsichtlich Fahrradkomfort.

Technische Qualität
Die geforderte Ausführung in Passivhausstandard führt automatisch zu einer optimalen technischen Qualität in den Bereichen Wärme- und Feuchteschutz.
Eine Besonderheit stellt im vorliegenden Entwurf die Verwendung von Holz im Tragwerk dar. Dies erfordert Kompensationsmaßnahmen zur Erfüllung der brandschutztechnischen Anforderungen, die entsprechend dem aktuellen Stand der Normung zu einem höheren Brandschutzniveau führen, als es konventionelle Bauten aufweisen.
Die schallschutztechnischen Anforderungen sind mit erprobten Standarddetaillösungen auch für eine Holzkonstruktion optimal erfüllbar. Darüber hinaus wird in der Planung wesentliches Augenmerk auf eine einfache Reinigung, Wartung und Inspektion sämtlicher Gebäudeteile gelegt.