Wettbewerb Grundschule Baierbrunnerstraße

2. Platz München-Sendling (D)
Wettbewerb Grundschule Baierbrunnerstraße
Wettbewerb Grundschule Baierbrunnerstraße
Wettbewerb Grundschule Baierbrunnerstraße
Wettbewerb Grundschule Baierbrunnerstraße
Wettbewerb Grundschule Baierbrunnerstraße

Projektinfoblatt  



Links  


 


Wettbewerb Grundschule Baierbrunnerstraße 2. Platz München-Sendling (D)



Bauherr

 Landeshauptstadt, München

Wettbewerb

 2014

Auslober 

Landeshauptstadt München

Auftraggeber 

W. Markgraf GmbH & Co KG, Bayreuth

Städtebauliche Eingliederung
Als Reaktion auf die Nachbarschaft werden die Hauptgebäude als dreigeschossige Volumen an die Baulinie der Baierbrunnerstrasse situiert. Die drei Haupteingänge sind durch die großzügigen Gebäudeeinschnitte gut von der Straße her gut ablesbar. Schule, Haus der Kinder und die offene Einrichtung erhalten somit jeweils eigenständige Adressen. Der Anlieferhof liegt hinter einem Tor versteckt in der Fuge zwischen den beiden Gebäuden. Die Parkierung erfolgt an der Nord- und Südgrenze, somit kann das gesamte Areal vollkommen autofrei gehalten werden. Die Turnhalle wird abgesenkt und als Pavillon in den Hof gestellt und ermöglicht so trotz Nähe zum Hauptgebäude eine gute Belichtung der Erdgeschosszone der Schule. Durch die gewählte Situierung der Baukörper entsteht ein zusammenhängender Freiraum mit der südlichen Grünzone. Auch von hier aus können die Gebäude fußläufig erschlossen werden.

Grundschule
Sie zeigt sich als kompaktes Gebäude parallel zur Baierbrunnerstraße. Im Erdgeschoss sind die übergeordneten Funktionen wie Speisesaal mit Mehrzweckraum sowie der Fachleersaalbereich untergebracht. Über das zentrale Treppenhaus werden die einzelnen Lernhäuser der Schüler erschlossen, dies ermöglicht kurze Wege und schnelle Stundenwechsel. Der zentrale Speisesaal hat auf Grund seiner vielfältigen Nutzung die doppelte Raumhöhe. Durch diesen Luftraum entsteht auch eine Sichtbeziehung zur darüber liegenden Ebene mit Bibliothek, Kommunikationszone und Verwaltung. Dies markiert die Mitte der Schule und dient als Ort der Begegnung.

Die Hausmeisterwohnung im ersten Obergeschoss ist in das Volumen integriert und wird über den Anlieferungshof erschlossen. Es gibt ein eigenes Treppenhaus und einen gedeckten Zugang zur Garage. Terrasse und Garten der Wohnung befinden sich auf dem Garagendach mit guter Besonnung und ruhiger Lage.

In der Lernhauseinheit gruppieren sich Klassenräume und Ganztagesräume um die gemeinsame Pausenfläche, dem Marktplatz. Der Teamraum überblickt den Marktplatz vom Pausenbereich bis zum Eingang. Die Garderoben sind mit den WC’s in einer Nebenzone untergebracht. Dadurch gelangt man beim Betreten der Lernhauseinheit unmittelbar in den Marktplatz. Flexible Trennwände ermöglichen verschiedenste Raumkonfigurationen, die sowohl Frontalunterricht, als auch Gruppen-und Einzelarbeit ermöglichen. Der klassische Einzelraum wird aufgelöst zugunsten einer flexiblen Raumeinheit zur Förderung von unterschiedlichsten pädagogischen Konzepten: die Schule wird zu einer Heimat, das Lernmodul zu einem Haus für unterschiedliche Jahrgänge, die Klasse zu dem gemeinsamen Wohnzimmer. Transparente Oberlichter und Türen schaffen Blickbezüge, fördern den Austausch und das Miteinander-Lernen, ermöglichen gleichwohl aber auch eine soziale Kontrolle. Somit ist das Lernhaus die Grundlage einer zeitgemäßen, sozialen Pädagogik. Eine multifunktionale Möblierung für Arbeit und spielerisches Lernen unterstützt das pädagogische Konzept: Bildschirmplätze, Pinnwände, zwischen den Stützen eingefügte Bücherwände und Sitzbereiche bilden eine vielfältige Kulisse für unterschiedlichste Formen einer anregenden und phantasievollen Wissensvermittlung. Somit hat jedes konstruktive Element zugleich auch einen funktionalen und pädagogischen Inhalt.Voraussetzung für kommunikativen Austausch der inneren Pausenflächen ist eine sehr gute Tageslichtausleuchtung. Dies wird durch großzügige Glasflächen in Innen-und Außenwänden, den Verzicht auf Vordächer, sowie einen zusätzlichen Lichthof gewährleistet. Dieser dient gleichfalls als Pufferzone für den thermischen Komfort im Sommer- wie auch Winterfall. Deckengleiche Unterzüge schaffen bei geöffneter Faltwand eine fließende Zone mit hoher Innenraumqualität.

3/4 Turnhalle
 Sie wird abgesenkt und über das Untergeschoss erschlossen. Der Eingang für externe Nutzer befindet sich auf der Ostseite des Schulgebäudes, unmittelbar gegenüber der Turnhalle, nahe den Parkplätzen. Vom Schulgebäude gelangt man direkt über das Foyer in die Umkleidebereiche und von dort stufenlos in die Turnhalle. Diese ist mit seitlichen Fensterbändern und mit öffnenbaren Lichtkuppeln im Dach l optimal natürlich belichtet und belüftet. Um die Anforderungen an den Immissionsschutz zu erfüllen wurde die Attika nordseitig bis auf neun Meter hochgezogen. Die Absenkung der Turnhalle  lässt das große Volumen vom Pausenhof aus gesehen trotzdem fast verschwinden und beeinträchtigt dadurch auch nicht das Schulgebäude. Somit ist es auch möglich die Volumen gänzlich zu trennen, ohne weitere oberirdische Gebäudeteile, was wiederum den Freianlagen zu Gute kommt. Haus der Kinder und offene Einrichtung. Die beiden Funktionen werden in einem Baukörper mit identischer Tiefe und Geschosshöhe wie die Grundschule zusammengefasst, jedoch eigenständig erschlossen. Beim Haus der Kinder gelangt man über einen Windfang in eine zentrale Erschließungshalle, die von oben belichtet ist. Durch diesen offenen Luftraum entsteht ein fließender Übergang zwischen allen drei Ebenen. Eine zentrale Sanitärinsel mit Lift ermöglicht den Kindern eine einfache und durchgängige Orientierung im gesamten Haus. Über die Halle gelangt man auch zum gemeinsamen Gartenausgang. Eine Gruppeneinheit befindet sich im 1.OG, die anderen beiden im 2.OG und sind jeweils nach Osten oder nach Westen orientiert. An die oberste Ebene ist zusätzlich eine großzügige Dachterrasse angebunden.

Im Erdgeschoss befinden sich das Cafe mit Küche und Mehrzweckraum samt zugehörigen Sanitärräumen. Der Multifunktionsraum kann auch getrennt vermietet werden. Er kann über den Windfang unabhängig erschlossen werden und über einen Schaltraum können Sanitärräume bei Bedarf zugeordnet werden. Der Werkraum kann direkt über die Eingangshalle mittels Hubwagen beliefert werden, oder in Einzelfällen, bei besonders sperrigen Gütern, direkt über die Terrasse. Die Gruppenräume und Büros im 1.OG sind von den lärmintensiven Bereichen im EG abgetrennt. Der Erschließungsflur kann auch als Spieleflur verwendet werden und ist kein notwendiger Flur.

Fassade
Die Fassade zieht sich in einheitlicher Gestaltung über alle Gebäude. Im Zusammenspiel mit der durchlaufenden Gebäudehöhe wird so die Zusammengehörigkeit der öffentlichen Einrichtungen nochmals betont.Die Fensterbrüstungen sind, trotz höherer Kosten, im Sinne der zukünftigen Nutzer auf eine kindgerechte Höhe geplant. Durch diese Maßnahme unterscheidet sich die äußere Wahrnehmung des Gebäudes auch deutlich von einem konventionellen Wohn-oder Gewerbebau.Von den lt. FLB möglichen Fassadenmaterialen „Fichte mit Anstrich“ und „Lärche natur“ würden wir im Sinne der Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit „Lärche natur“ empfehlen. Eine Ausführung in Fichte mit hochwertigem Anstrich ist gegen den wahlweise angebotenen Aufpreis jedoch genauso möglich.Durch das Weglassen von Vordächern und die klar umrissene Hüllform wird eine möglichst gleichmäßige Vergrauung der Fassade angestrebt. Gerade bei einer unbehandelten Holzfassade im städtischen Raum, wird so gleichzeitig ein modernes und zurückhaltendes Erscheinungsbild erreicht. Als nicht unbedeutender Nebeneffekt, wird durch das weglassen der Vordächer die natürliche Belichtung der Klassen- und Pausenräume nicht unnötig eingeschränkt.

Die am meisten gefährdeten Bauteile hinsichtlich Werterhalts, die Fenster, haben wir als hochwertige Holz-Alu-Fenster angeboten. Die Gebäudeeinschnitte im Eingangsbereich sind in Aluminium materialisiert. Dies ermöglicht eine farbliche Gestaltung und Beschriftung, sowie die Integration der Briefkastenanlage.

Durch die West-Ost Ausrichtung des Gebäudes kann die Fassadenschalung selbst auch immer gut austrocknen. Schattige Nordfassaden mit Baumbestand, welche am ehesten zu einer Vermoosung führen können, sind nicht vorhanden.

Materialien Aussen
(Hauptmaterialien)
Fassade: Lärche naturbelassen
Fenster, Fenstertüren: Holz-Alufenster
Eingangsbereiche: Stahl-/Aluminium

 
Materialisierung innen
Fußböden lt. FLB.
Decken Aufenthaltsräume: Akkustikdecke Holz, Weisstanne oder Fichte Decken Naßräume: Gipskarton abgehängt
Decken Treppenhaus: Gipskarton
Innenwände Aufenthaltsräume: teilweise Gipskarton, teilweise Weißtanne oder Fichte geölt (hier wollen wir auch innen spürbar machen, dass es sich um einen Holzbau handelt, deshalb sind Wände teilweise in Holz obwohl diese teurer sind als Gipskartonwände) Innenwände Nassräume: Fliesen InnenwändeTurnhalle: Prallwände Multiplexplatte Fichte furniert Türen Haupträume: Holzzargentüren, Esche geölt Türen Nebenräume: Stahlzargen Türblätter kunststoffbeschichtet