Wettbewerb agrarisches Schulzentrum Salzkammergut

2. Preis Salzkammergut
Wettbewerb agrarisches Schulzentrum Salzkammergut , Fotograph Architron
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Wettbewerb agrarisches Schulzentrum Salzkammergut
Wettbewerb agrarisches Schulzentrum Salzkammergut
Wettbewerb agrarisches Schulzentrum Salzkammergut

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Wettbewerb agrarisches Schulzentrum Salzkammergut 2. Preis Salzkammergut



Wettbewerb

 2007
2. Preis IDEE Zielsetzung des neuen Konzeptes ist einerseits die Beibehaltung der bestehenden Typologie des Hofes, anderseits die weitgehende Freihaltung der östlichen zusammenhängenden Wiesenfläche von Bebauung sowie Erschließung, so dass die Wiese ungestört an das Gebäude anschließt. Dieses Konzept macht den Abbruch des ostseitigen Flügels des Bauteiles 1954 notwendig. Nach Untersuchung dieses Bauteiles kommt der Verfasser zur Überzeugung, dass auf Grund der Struktur sowie der Höhenlage zum Hauptbau sowie der geringen Kellerhöhen eine Integration nur mit sehr viel Umbaumaßnahmen realisierbar ist, die kostenmäßig mit einer Neubaukubatur zu vergleichen sind. Ebenso ist es möglich, den Neubau weitgehend zu errichten, ohne daß ein Abbruch notwendig ist (siehe Umsetzung).
Somit entsteht die Chance einer Hofvergrößerung, der angemessen für die neue Nutzung ist. Von diesem Hof aus werden alle Bereiche erschlossen, er bleibt Zentrum und Herz der Gesamtanlage mit vielfältiger Nutzungsmöglichkeit. Der Hof wird gebildet durch klar unterscheidbare Bauteile- Theorietrakt mit Aussicht nach Osten, Internat im Altbestand sowie Praxisteil mit der Möglichkeit einer Rückandienung. Alle Teile sind verbunden und barrierefrei erschlossen.

MATERIALISIERUNG Weitgehend ökologisch optimierte Materialwahl mit haptischen Qualitäten. Fassaden: senkrechte sägerauhe Bretter dunkel lasiert (lange Haltbarkeit des Anstrichs durch Sägerauheit
Skelett: BSH Fichte/Tanne unbehandelt Decken und Wände: Brettstapel sägerauh unbehandelt
Kerne: Sichtbeton

UMSETZUNG Erster Schritt: Dachausbau Südtrakt, und Bau Praxisteil
Zweiter Schritt: Neubau Osttrakt, unter Weiternutzung des alten Osttraktes, Umzug Klassen in Praxisteil und Sanierung Südtrakt
Dritter Schritt: Teilbezug Osttrakt neu, Abbruch alter Osttrakt, Sanierung Westtrakt und Vervollständigung der Anlage.

FREIRAUM Die räumlich starken Grünstrukturen in Richtung See – das Wäldchen und die Allee entlang der Straße – werden erhalten und gestärkt. Quer dazu verlaufen schmale Windschutzhecken und sichern Geländeböschungen. Eine lockere Obstwiese fasst Park- und Sportplätze und löst sich nach Osten immer weiter auf und öffnet den Blick zum See. Der Hofraum wird geprägt durch die typischen Stilelemente des Vierseithofes: die Walnussgruppe als Hofbaum, der Nutzgarten vor dem Giebel des neuen Technikgebäudes, die Gred ( gepflasterte Vorfläche auf Eingangsniveau des Altbaus), welche über Treppen und Rampen an das übrige Hofniveau angeschlossen ist. Ein davor liegender, lang gestreckter Wassertrog der große offene Raum ermöglicht eine multifunktionale Nutzung des Hofes bei Festen und im Alltag, zum Sitzen in Schatten und Sonne und zur Bewegung in alle Richtungen.
Sport- und Spielangebote, sowie ein Großteil der Stellplätze liegen im Westen in leichten Hangterrassen. Die 200 zusätzlichen Stellplätze finden bei größeren Veranstaltungen Raum auf der westlichen Wiese.

HAUSTECHNIK Ziele: Einhaltung der Passivhaus-Vorgaben für die Neubauten „Theorie“ und „Praxis“ – 10 kWh/m²BGF a
Niedrigenergiestandard für den Bestand Internat – 45kWh/m² a
Geringe Betriebs-, Wartungs- und Instandhaltungskosten für Energie im Betrieb. Hoher Nutzerkomfort Sommer wie Winter für die Schüler/Unterrichtenden/Mitarbeiter und Besucher – angenehme Raumtemperaturen – gute Raumluftqualität.
In die Architektur integrierte Technik für Heizen und Lüften
Ökologisches Gebäudeklimakonzept mit internationaler Vorbildwirkung.

Maßnahmen:
1. Gebäudehülle: Raumhohe Fenster an der Außenfassade für optimale Tageslichtnutzung, 30% der Wandfläche als opake Bauteile in Holz-Leichtbau ausgeführt. 3-Scheibenverglasung, U-WertGlas=0,6 W/m²K, mit thermisch getrenntem Glasabstandhalter, Fensterrahmen mit einem U-Wert £ 1,6 W/m²K; überdämmt automatisierte/geregelte zweiteilige Jalousie mit Tageslichtlenkung als hocheffiziente Sonnenschutzebene
Dachflächen mit einer Dämmstärke von 40cm
Dachverglasung: 3-Scheiben-Sicherheitsverglasung, U-WertGlas=0,6 W/m²K, mit thermisch getrenntem Glasabstandhalter. U-WertRahmen £ 1,6W/m²K
Das Atrium dient neben der Erhöhung des Tageslichtanteils im Gebäude auch als Klimapufferzone.
Anmerkung: Bei der Heizwärmebedarfsberechnung wurde der Innenhof zum beheizten Volumina des Gesamtgebäudes eingerechnet, nicht als unbeheizter Klimapuffer mit einer verringerten Raumtemperatur von ca. 16°C.
2. Haustechnikkonzept: Zentrale Lüftungsgeräte mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung (>75%) für die einzelnen Bauteile. Aufgrund der zeitlich versetzten Nutzung von Schulbereich und dem Internat wird eine gemeinsame Lüftungszentrale für diese beiden Bereiche angestrebt.
Eigene Zentralgeräte für die Küchenlüftung, Turnhalle und Lebensmittelverarbeitung.
Isotherme Lufteinbringung mit 22°C im Sommer und Winter.
Zur Sicherstellung der konstanten Zulufttemperatur kommen in den Lüftungsgeräten Heizregister zum Einsatz, die von der zentralen Hackschnitzelanlage gespeist werden.
Vorkonditionierung der Zuluft über Erdreichsolewärmetauscher (Vorwärmung im Winter/Kühlung im Sommer)
Wärmeabgabesystem: Die Raumheizung erfolgt über ein Niedertemperaturheizsystem mit je einem Heizkörper pro Raum als statische Heizfläche. Räume mit hohen internen Lasten (Server udgl.) werden zum Schutz vor sommerlicher Überhitzung im Untergeschoss bzw. an der Nordseite der Gebäude untergebracht.
3. Raumklimakomfort: Hoher Aufenthaltskomfort: Winter 20-22°C / Sommer ca. 26°C
Sehr gute Raumluftqualität durch Komfortlüftungssystem – kontrollierte CO2 Abfuhr in den dicht belegten Unterrichtsräumen. Keine Raumbelastung durch Außenlärm und Schadstoffe.
Luftwechsel abhängig von der Raumnutzung und –belegung; durchschnittlich 1,2-fach.
In Unterrichtsräumen erhöhte Zuluftmenge von 20m³/h und Person.
4. Energieversorgung: Die Energieversorgung erfolgt über eine zentrale Biomasseheizung für Bestandsgebäude und Neubauten. Durch die Positionierung des Hackschnitzellagers im nordöstlichen Teil des Praxisgebäudes ist eine unkomplizierte Beschickung des zweigeschossigen Bunkerraums durch Abkippen möglich.
5. Thermische Solaranlage: Auf dem südlichen Schrägdach des bestehenden Gebäudes werden Solarkollektoren mit einer Fläche von 100m² zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung installiert. Durch den großen Bedarf an Warmwasser im Internat-Bereich sind somit kurze Anbindungsleitungen für die Nutzung der Solaranlage gesichert.
6. Photovoltaikanlage: Photovoltaikanlage mit 30m² Fläche in den opaken Bauteilen der Südfassade / Neubau möglich.

7. Tageslichtnutzung: Die automatisierten Jalousien mit Tageslichtlenkung – geteilte Neigungsverstellung – bewirken bei geschlossener Jalousie, dass die Lamellen im oberen Drittel so gestllt sind, dass ein höchstmöglicher Tageslichteinfall ermöglicht wird.
8. Nachtauskühlung: Automatische Nachtauskühlung über Stellmotoren für die Dachverglasung im Atrium. Gleichzeitige Nutzung zur Brandrauchentlüftung.

STATIK Beschreibung zum Tragwerk:
Theoriegebäude: Das Tragwerk des Lehrgebäudes ist über dem massiven Untergeschoss vollständig in Holz konzipiert, wobei für die Decken Verbundkonstruktionen aus Brettstapeln mit bewehrtem Aufbeton zum Einsatz kommen sollen. Diese Verbunddecken können bei geringer Höhe größere Spannweiten überbrücken, wobei die Anforderungen bezüglich Akustik , Schallschutz und Brandwiderstand ohne Weiteres erfüllt werden können. Über einem regelmäßigen Stützenraster innerhalb der Fassaden und entlang der Flure werden Unter- und Überzüge angeordnet. Diese bilden linienförmige Auflager für die Decken und sammeln die Geschosslasten zur Ableitung durch die Holzstützen ein. Durch das Auflegen der Decken auf den Unterzügen werden auch die Deckenauskragungen im Foyer und über der zweistöckigen Hoffassade möglich. Die horizontale Gebäudeaussteifung erfolgt durch die Ausbildung von Dach- und Deckenscheiben, was in den Verbunddecken ohne Zusatzaufwand inkludiert ist. Die vertikale Aussteifung des Bauwerks wird durch Wandscheiben und Liftschacht- bzw. Sanitärkerne gewährleistet.
Pryxisgebäude: Auch in diesem Gebäude wird oberhalb des massiven Untergeschosses in Holz konstruiert, wobei auch hier die Decke über EG als Verbunddecke konzipiert ist. Das Dach hingegen soll in einer kammartigen Struktur gebildet werden, bei der die gedrungenen Holzquerschnitte auf Unterzügen aufliegen. Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt durch die Ausbildung von Decken- und Dachscheiben.